Mobilfunknetze wie 2G, 3G, 4G und 5G spielen eine entscheidende Rolle bei der Kommunikation und Datenübertragung. Die ständige Weiterentwicklung der Technologie hat zu einer Vielzahl von Netzstandards geführt, die jeweils eigene Anforderungen abdecken. In diesem Ratgeber werden wir Ihnen einen umfassenden Überblick über die verschiedenen Mobilfunkgenerationen geben und die wichtigsten Aspekte sowie den Unterschied 3G, 4G, 5G beleuchten.
Der 3G-Standard, auch UMTS, ist der Mobilfunkstandard der dritten Generation. Er wurde 2002 in Österreich eingeführt und erreichte Übertragungsraten von bis zu 384 Kbit/s. Mit Weiterentwicklungen wie HSDPA und HSDPA+, auch als 3,5G bezeichnet, konnten die Geschwindigkeiten auf bis zu 42 Mbit/s gesteigert werden. Das 3G-Netz verwendet eine digitale, code-basierende Funkschnittstelle und Funkkanäle mit 5 MHz Bandbreite. Es erlaubte erstmals Videotelefonie und die mobile Internetnutzung. Im Laufe des Jahres 2025 wird 3G abgeschaltet, um die frei werdenden Frequenzen für 4G und 5G einzusetzen.
4G ist der Mobilfunkstandard der vierten Generation und umgangssprachlich vor allem als LTE bekannt. Er existiert seit 2012 und beruht auf einer IP-Netzarchitektur, die Informationen in Paketen übermittelt. Das 4G Netz gewährt theoretische Downloadgeschwindigkeiten von bis zu 1000 Mbit/s. In der Praxis werden Ihnen Geschwindigkeiten von etwa 150 Mbit/s bereitgestellt, abhängig von Anbieter, Standort und Netzauslastung. LTE bietet außerdem reduzierte Latenzzeiten sowie Flexibilität in Bandbreite und Frequenz durch den Einsatz von Orthogonal Frequency Division Multiplexing. 4G ist mittlerweile weit verbreitet und wird im Bedarfsfall weiter ausgebaut.
Als aktuelle Mobilfunkgeneration bezeichnet 5G den nächsten Standard in der mobilen Kommunikation. Es wird seit 2019 eingegliedert und stützt sich auf New Radio Luftschnittstellen. Das 5G Netz verspricht größere Bandbreiten, geringere Reaktionszeiten und höhere Übertragungsraten von bis zu 10 Gbit/s – das ist etwa zehnmal schneller als 4G. Es beansprucht teilweise die bestehende 4G-Infrastruktur, wird aber durch neue Sendemasten mit fortschrittlicher Technologie ergänzt. Der Ausbau schreitet zügig voran und einige Anbieter vergeben bereits Tarife mit Geschwindigkeiten von bis zu 500 Mbit/s. Neben privaten Anwendungen soll vor allem die Industrie von der 5G-Technologie profitieren.
2G weicht deutlich von den anderen Standards ab. Den Mobilfunkstandard der zweiten Generation gibt es seit 1994 in Österreich. 2G beruht auf der GSM-Technologie und war das erste volldigitale Mobilfunknetz. Er wird nach wie vor genutzt und gilt als Basisnetz für elementare mobile Dienste wie die Sprachtelefonie und SMS. Für mobile Datenübertragungen stehen die Erweiterungen GPRS mit maximal 53,6 kbit/s und Edge mit bis zu 220 kbit/s zur Verfügung. Diese Geschwindigkeiten gelten nach heutigen Maßstäben als sehr langsam, reichen aber für einfache Anwendungen aus. Das Laden von aufwendigen Webseiten oder Videos ist mit 2G jedoch äußerst zeitintensiv. 2G ist weiterhin zugänglich und wird voraussichtlich bis mindestens 2030 unterstützt.
3G, 4G und 5G sind sich in ihrer grundlegenden Funktion ähnlich, da sie alle für die mobile Datenübertragung konzipiert wurden. Anhand der folgenden Tabelle lassen sich die Unterschiede und etwaige Gemeinsamkeiten erkennen. Da 2G eine andere Technologie als die neueren Standards verwendet, wird es nicht in die Gegenüberstellung einbezogen.
3G | 4G | 5G | |
---|---|---|---|
Maximale Downloadrate | bis zu 42,2 Mbit/s (HSPA+) | bis zu 1 Gbit/s (LTE-Advanced) | bis zu 10 Gbit/s |
Latenz | 60-98 ms | 20-30 ms | unter 1 ms |
Haupteinsatzgebiet | mobiles Internet, Telefonie | schnelles mobiles Internet | Echtzeit-Anwendungen, Internet der Dinge, Industrie 4.0 |
Frequenzbereich | unter 6 GHz | unter 6 GHz | unter 6 GHz und Millimeterwellen (30-300 GHz) |
Netzarchitektur | zellular | zellular | Kleinzellentechnologie, Network Slicing |
Verfügbarkeit | fast überall abgeschaltet | weit verbreitet | im Ausbau |
Energieeffizienz | gering | mittel | hoch |
Geräteunterstützung | veraltet | weit verbreitet | zunehmend |
Beachten Sie, dass es sich bei den angegebenen Daten um theoretische Maximalwerte handelt. Die tatsächlichen Geschwindigkeiten, Latenzen und anderen Merkmale können je nach Netzauslastung, Standort und weiteren Faktoren variieren.
Die Entwicklung der Mobilfunktechnologie von 2G bis 5G zeigt, wie rasant sich die digitale Kommunikation in den letzten Jahrzehnten verändert hat. Während 2G noch hauptsächlich für die Sprachtelefonie und einfache Textnachrichten genutzt wird, haben 3G und 4G das mobile Internet revolutioniert und den Weg für Streaming, soziale Medien sowie komplexe Online-Anwendungen geebnet. Mit 5G stehen wir nun an der Schwelle zu einer neuen Ära der Konnektivität, die nicht nur blitzschnelle Datenübertragungen verspricht, sondern auch bahnbrechende Möglichkeiten für Industrie, Verkehr und Smart Cities eröffnet. Jede Generation hat ihre eigenen Stärken und Anwendungsbereiche, wobei die neueren Technologien stets auf den Errungenschaften ihrer Vorgänger aufbauen.
Online-Redakteurin
Viktoria stieg unmittelbar nach ihrer Schauspielausbildung und dem Masterstudium in Publizistik- und Kommunikationswissenschaften als Online-Redakteurin bei CHECK24 ein. Sie schreibt über komplexe Finanz-, Versicherungs- und Energiethemen und sorgt dafür, dass Sie alle relevanten Informationen zu unseren Vergleichen erhalten.