Seit seiner Einführung hat das 4G Netz nicht nur die Art und Weise verändert, wie wir online gehen, sondern auch neue Perspektiven für Unternehmen und Verbrauchende geschaffen. Mit Geschwindigkeiten, die jene des Festnetz-Internets in vielen Haushalten übertreffen, hat 4G die Grenzen zwischen mobilem und stationärem Internet verwischt. In diesem Ratgeber erklären wir die technischen Grundlangen, untersuchen die Vor- und Nachteile und zeigen auf, wie es die digitale Landschaft Österreichs geprägt hat.
Das 4G Netz, auch als LTE (Long Term Evolution) bekannt, ist der Mobilfunkstandard der vierten Generation und löst demnach die dritte Generation (3G) ab.
Im Vergleich zu seinen Vorgängern bietet es wesentlich höhere Datenübertragungsraten im Upload und Download sowie geringere Latenzzeiten. So gewährt 4G maximale Download-Geschwindigkeiten von bis zu 1.000 Mbit/s und Upload-Geschwindigkeiten von bis zu 300 Mbit/s.
Die Technologie stützt sich auf einer IP-basierten Netzwerkarchitektur und verwendet das OFDM-Verfahren (Orthogonal Frequency-Division Multiplexing) zum effizienten Gebrauch des Frequenzspektrums. Dies ermöglicht die Ausführung komplexer Anwendungen und die nahtlose Nutzung datenintensiver Dienste wie etwa Videostreaming, selbst in Bewegung. In ländlichen Regionen wird das 4G Netz oft als Alternative zu herkömmlichen DSL-Anschlüssen genutzt.
4G und LTE werden oft synonym verwendet, sind aber nicht exakt gleichzusetzen. LTE wurde ursprünglich als Teil der dritten Mobilfunkgeneration entwickelt. 4G ist die Abkürzung für die vierte Generation der Mobilfunknetz-Standards und umfasst mehrere Technologien, einschließlich LTE. Streng genommen erfüllt LTE nicht alle Anforderungen des 4G-Standards. So bietet LTE in der Grundversion etwa geringere Geschwindigkeiten, als das 4G Netz vorschreibt:
Daher wird LTE manchmal als 3.9G klassifiziert. LTE Advanced (LTE-A oder LTE+) erfüllt die 4G-Anforderungen hingegen und wird oft als echtes 4G bezeichnet.
4G wurde in Österreich erstmals im Jahr 2010 eingeführt. Der breite Ausbau und die kommerzielle Nutzung von LTE-Netzen (4G-Standard) begannen jedoch erst ab 2012 und erfolgten in den folgenden Jahren schrittweise. Mittlerweile ist das 4G Netz weit verbreitet und nahezu flächendeckend verfügbar. In städtischen Gebieten liegt die 4G-Abdeckung bei etwa 98 Prozent, während sie in Regionen am Land etwa 96 Prozent beträgt. Es kann nur noch vereinzelt Versorgungslücken geben. Die großen Mobilfunkanbieter und Netzbetreiber A1, Magenta und Drei arbeiten kontinuierlich am weiteren Ausbau – obwohl der Fokus mittlerweile auf dem 5G Netz liegt.
4G und 5G unterscheiden sich in mehreren wichtigen Aspekten:
Das 4G Netz bietet zwar hohe Geschwindigkeiten, kann aber nicht mit den deutlich schnelleren Downloadraten von 5G mithalten. Dies macht sich besonders bei datenintensiven Anwendungen bemerkbar.
Obwohl 4G bereits geringe Latenzzeiten aufweist, verspricht 5G eine noch raschere Reaktionsfähigkeit. Diese minimale Verzögerung ist entscheidend für Echtzeit-Anwendungen und neue Technologien, die auf eine unmittelbare Datenübertragung angewiesen sind.
Das 4G Netz nutzt größere Mobilfunkmasten für die Signalübertragung. 5G verwendet zusätzlich die Kleinzellentechnologie für höhere Frequenzen, was eine dichtere Netzabdeckung erfordert.
4G arbeitet in Frequenzbändern unter 6 GHz. 5G kann auch im Millimeterwellen-Spektrum (30-300 GHz) operieren, was gesteigerte Geschwindigkeiten zulässt.
Das 5G Netz bietet eine bessere Netzkapazität und -stabilität, was besonders in dicht besiedelten Gebieten oder bei Großveranstaltungen von Vorteil ist.
5G ist trotz stärkerer Leistung energieeffizienter als 4G, was zu einer längeren Akkulaufzeit bei Geräten führen kann.
Vorteile von 4G gegenüber 5G: | Nachteile von 4G gegenüber 5G: | |
---|---|---|
Bessere Netzabdeckung: 4G ist bereits flächendeckend verfügbar, während 5G noch im Ausbau ist. | Niedrigere Geschwindigkeit: 4G bietet maximale Downloadraten von etwa 1 Gbit/s, während 5G bis zu 10 Gbit/s erreichen kann. | |
Geringerer Energieverbrauch: 4G-Geräte verbrauchen weniger Akku als 5G-Geräte. | Höhere Latenz: 4G hat Latenzzeiten von 10 bis 30 ms, 5G verspricht Latenzen unter 1 ms. | |
Kompatibilität: Mehr Geräte unterstützen 4G, da es länger auf dem Markt ist. | Begrenzte Netzkapazität: 4G vermag eine geringere Anzahl an Geräten simultan zu bedienen als 5G. | |
Kostenersparnis: 4G-Tarife und -Geräte sind in der Regel etwas günstiger als 5G-Optionen. | Nicht so zukunftssicher: Das 4G Netz wird langfristig durch 5G ersetzt werden. |
Für die meisten aktuellen Anwendungen reicht 4G vollkommen aus, aber 5G stellt zusätzliche Vorteile für zukünftige Technologien wie autonomes Fahren, Virtual und Augmented Reality, das Internet der Dinge sowie die Telemedizin bereit.
Ja, Sie können ein 4G Handy im 5G Netz nutzen, allerdings mit ein paar Einschränkungen. 5G Netze sind abwärtskompatibel, was bedeutet, dass sie auch 4G, 3G und 2G unterstützen. Ihr 4G Handy verwendet automatisch die verfügbare und passende Netzwerktechnologie. Die 4G-Infrastruktur bleibt parallel zum 5G Netz bestehen und wird im konkreten Fall weiterhin eingesetzt. Ein 4G Handy kann nicht die vollen Vorteile des 5G Netzes ausnutzen und arbeitet nur mit den 4G Geschwindigkeiten und -Eigenschaften. Wenn Sie also einen 5G-Tarif mit einem 4G Handy abgeschlossen haben, sind alle Funktionen Ihres Tarifs zugänglich, außer den 5G-spezifischen Vorteilen wie höhere Geschwindigkeiten und geringere Latenzzeiten. Um die vollen Vorteile von 5G zu beanspruchen, benötigen Sie ein 5G-fähiges Smartphone.
Online-Redakteurin
Viktoria stieg unmittelbar nach ihrer Schauspielausbildung und dem Masterstudium in Publizistik- und Kommunikationswissenschaften als Online-Redakteurin bei CHECK24 ein. Sie schreibt über komplexe Finanz-, Versicherungs- und Energiethemen und sorgt dafür, dass Sie alle relevanten Informationen zu unseren Vergleichen erhalten.